Erfahrungen & Bewertungen zu Der Fewodesigner

Geschätzt 450.000 Übernachtungen mehr in Travemünde im nächsten Jahr

von Ingo

Expertenkooperation für Betreiber von Ferienwohnungen
Ulf von Danckelmann (TWG e.V.), Stefan Bobzin (Schulz Eicken Gohr + Bobzin Steuerberater), Nils Dardemann (Hansolu GmbH), Marlen Winkler (ProTourist Projekt KG), Ingo Kersten (Agentur Homemade, Der Fewodesigner) | Foto: Bernd Scheel

„Das ist eine echte Hausnummer!“ Das war nur eine der Reaktionen auf der Veranstaltung am 10. April 2017, zu der eine Expertenkooperation in Abstimmung mit der Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft e.V., bestehend aus einer Tourismusberatungsgesellschaft, einem Ferienwohnungsdesigner, einem Steuerberater und einer Werbeagentur, nach Travemünde in das Hafenareal eingeladen hatte.

Das war nur eine der Reaktionen auf der Veranstaltung am 10. April 2017, zu der eine Expertenkooperation in Abstimmung mit der Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft e.V., bestehend aus einer Tourismusberatungsgesellschaft, einem Ferienwohnungsdesigner, einem Steuerberater und einer Werbeagentur, nach Travemünde in das Hafenareal eingeladen hatte.

Obwohl schon mitten im Ostergeschäft haben sich zwanzig Gastgeber aus Travemünde, Boltenhagen und Fehmarn über die aktuellen Herausforderungen der inhabergeführten Bestandsbetriebe im Tourismus informiert und hatten jede Menge Fragen. So viele, dass auch die anschließende Diskussion der Teilnehmer mit den Referenten bis weit in die Abendstunden anhielt. Die angebotenen Themen individuelle Betriebskonzepte und zielgruppengerechtes Marketing als Wettbewerbsplus gegen die „großen Player“, wie man zeitgemäß touristische Unterkünfte einrichtet, was in der Buchführung und im Umgang mit Bargeld zu beachten ist und wie sich Gastgeber online optimal präsentieren können, stießen auf enormes Interesse der Anwesenden.

Marlen Winkler, Dipl. Tourismusmarketing-Managerin, geschäftsführende Gesellschafterin der ProTourist Projekt KG aus Travemünde, fasste zunächst kurz die Zahlen zusammen, welche Auswirkungen die neuen touristischen Großprojekte wie Priwall Waterfront oder das A-ja-Resort auf die Destinationen und natürlich die bestehenden Gastgeber haben. Allein in Travemünde sehen sich die Ferienwohnungsbetreiber einem Wettbewerb von in etwa 550 neuen Wohnungen und Apartments gegenüber. Hinzu kommt, dass die heute veranschlagten Übernachtungspreise im neuen Hotel und den Dünenhäusern den kleineren Vermietern schwer im Magen liegen. Doch nicht nur auf die Beherbergungsbetriebe kommen Änderungen hinzu. Insgesamt wird sich auch das Bild der Gäste in Travemünde verändern. Sie werden tendenziell jünger, internationaler und preissensibler. Auch die Gastronomiebetriebe müssen sich hierauf einstellen. Gerade angesichts dieser Wettbewerbssituation ist es für die bestehenden Betriebe, die immerhin in der Vergangenheit für die touristischen Umsätze gesorgt haben und dem Tourismus in Schleswig-Holstein insgesamt sein Gewicht verliehen haben, umso wichtiger, ein klar differenzierendes und individuelles Markenprofil zu entwickeln und authentisches und persönliches Zielgruppenmarketing zu betreiben. Dafür gab es für die Teilnehmer hilfreiche Tipps, wie dies auch für kleinere Betriebe leistbar ist.

Besonders anschaulich mit Vorher-Nachher-Bildern zeigte Ingo Kersten, Home Staging Professional und Inhaber der Agentur Homemade aus Lübeck, auch bekannt als der Fewodesigner, wie man selbst aus abgewohnten und in die Jahre gekommenen Unterkünfte, bei kleinem Budget, echte Urlaubsträume schaffen kann, die man danach professionell vermarkten kann – auch als kleinerer Anbieter. Der Fewodesigner gab Tipps, wie durch eine durchdachte Raumkonzeption, klare Trennung der Wohnbereiche und vor allem durch ansprechende und zeitgemäße Dekoration touristische Unterkünfte zu nachgefragten Objekten gestaltet werden können, ohne viel Geld ausgeben zu müssen. „Eine Ferienwohnung mit den ausrangierten eigenen Wohnzimmermöbeln und den allseits bekannten Trockenblumensträußen ist heute nicht mehr marktkonform.“, fasst der Fewodesigner zusammen.

Für zahlreiche erstaunte Nachfragen sorgte der Vortrag von Stefan Bobzin, Steuerberater und Mitgeschäftsführer der Schulz Eicken Gohr + Bobzin Steuerberater aus Lübeck. Mit dem provokanten Auftakt, wie man den ungeliebten Gast „Finanzamt“ vermeidet, sprach er zahlreiche Alltagsprobleme von touristischen Betrieben an. Wichtig sei vor allem eine korrekte Buchführung, um nicht durch buchhalterische „Auffälligkeiten“ schon zum Problemfall für einen Finanzprüfer zu werden, da die modernen Erfassungssysteme bereits bei kleineren Abweichungen „Alarm schlagen“. Er räumte außerdem mit einem Irrglauben auf, dass jeder Betrieb mit umfangreichen Bargeldgeschäft seit Beginn des Jahre 2017 ein elektronisches Kassensystem haben müsse. Auch eine ganz traditionelle Bar- oder offene Ladenkasse mit täglichem Kassensturz, Kassentagesbericht und Zählprotokoll seien im Sinne der Finanzgesetzgebung durchaus erlaubt, erfordere jedoch genaue und tägliche Disziplin. Schließlich gab er nochmals den Hinweis an die Anwesenden, ihre Bargeschäfte auf mögliche Dokumentationslücken hin zu prüfen und rechtzeitig kompetente Unterstützung zu holen.

Wie wichtig die zielgruppengenaue Ansprache auch im Internet ist, erläuterte Nils Dardemann, Geschäftsführer der Hansolu GmbH aus Lübeck, einer Fullsize-Werbeagentur, die sich mehr und mehr auf das Thema Webseiten und Online spezialisiert. Er empfahl den Teilnehmern, sich ein möglichst genaues Bild ihrer Gäste mit sogenannten Personas (fiktiven Personen, die über Aussehen, Alter, Einkommen, Vorlieben, Interessen etc. definiert werden) zu arbeiten. „Je genauer Sie sich Ihren Gast vorstellen können, umso besser können Sie ihn auch im Internet abholen!“, resümiert der Werbefachmann. Den sozialen Netzwerken, insbesondere dem Anbieter Facebook, räumte er einen eigenen Part ein und informierte über die Werbemöglichkeiten und Strategien, wie man Zielgruppen sehr spezifisch eingrenzen könne und damit wirklich qualifizierte Rückmeldungen erhalte. Eine sehr effektive Maßnahme der Werbung stellte er mit den sogenannten Landingpages dar. Darunter ist die gezielte Führung über die sozialen Medien auf eine Unterseite der eigenen Website, die speziell an die Bedürfnisse und Empfänglichkeiten der festgelegten Zielgruppen angepasst sind, zu verstehen. Denn wegen der Informationsflut und begrenzten Zeit entscheiden die Internetnutzer binnen weniger Millisekunden, ob sie auf dieser Seite verweilen, weil tatsächlich relevante und ansprechende Informationen präsentiert werden, oder sie einfach wegklicken.

Das durchweg positive Feedback der Besucher hat die Veranstalter bewogen, weitere Folgetermine zu veranstalten. Interessierte können sich schon heute für weitere Veranstaltungen vormerken lassen unter winkler@protourist-agentur.de. Interessierte erhalten unter diesem Kontakt auf Anfrage ebenfalls die Vortragsunterlagen der Referenten.

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